Die Leber
Im Volksmund heißt es oft: „Da ist einem wohl eine Laus über die Leber gelaufen“ Die Leber ist psychologisch gesehen der Sitz von Wut und Rage. Nicht umsonst nennt man einen jähzornigen, ständig wütenden Menschen einen „Choleriker“. Eine Leber erkrankt übrigens meistens an einem „zu viel“. Zu viel Fett, zu viel Alkohol, zu viel Drogen, zu viel Sex. Der Patient lernt in der Krankheit die Einschränkung, die Ruhe und die Entbehrung ( Sex, Essen, Trinken). Das „zu viel“ hat mit einer Fehleinschätzung der Bewertung dessen, was gut für uns ist, zu tun.
Die Leber liegt im rechten Oberbauch. Sie reicht mit dem linken Lappen bis vor den Magen, oben ist sie ans Zwerchfell angeschmiegt, die untere Fläche ist den Baucheingeweiden anliegend.
Die Leber ist in Lappen eingeteilt, von vorne unterscheidet man den linken kleineren Lappen, und den rechten, größeren Lappen. In der Mitte läuft ein Band entlang, das die Leber in diese Lappen aufteilt. Von hinten kann man noch weitere Lappen unterscheiden. Am hinteren Teil der Leber, dem der Körperinnenseite zugewandte Teil, treten Lebergallengang und Pfortader in die Leber ein/und aus.
Aufgaben der Leber:
Die Leber sorgt für die „Verstoffwechselung“ der Nahrung in unserem Körper:
- Eiweißproduktion (95% aller Körpereiweiße, wichtig vor allem Gerinnungseiweiße)
- Kohlenhydrate: Die mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate aus Zuckern und Mehlprodukten werden in der Leber umgewandelt und gespeichert, und bei Bedarf wieder abgegeben.
- Fettabbau: Fette werden in der Leber zu Cholesterin umgebaut, und für die Gallensaftproduktion genutzt
- Produktion von Gallensaft
- Entgiftung von aufgenommenen Stoffen: Eiweißabbau , dabei entsteht das giftige Ammoniak, das in der Leber zu Harnstoff umgebaut wird, und dann in der Niere ausgeschieden wird, außerdem werden Medikamente, Farbstoffe etc. ausscheidungsfähig umgewandelt
- Regulierung des Blutzuckergehaltes durch auf-bzw. Abbau von Glykogen
- Eisengehalt des Blutes wird auch durch die Leber reguliert, da alte rote Blutkörperchen in der Leber abgebaut werden, das eisen wird dann in der Leber gespeichert
- Blutspeicherung
- Körpertemperatur (Leber hat 1,5°C mehr als andere Organe durch hohen Stoffwechsel.
Also ohne Leber läuft nix :-)
Wenn die Leber geschädigt ist, kann man das, außer natürlich an den Laborwerten, an verschiedenen anderen Dingen erkennen: Die Haut ist gelblich, auch die Skleren der Augen. Es kann bei längerer und schwerer Störung bei Männern zu weiblicher Brustbildung kommen, weil die Leber die Östrogene nicht mehr abbauen kann. Es gibt evtl. einen gelblichen Mundhof und eine gelblich belegte Zunge. Auch ein Zeichen ist ein deutlich gebogener Zeigefinger. Die allgemeine Gelbfärbung kommt von dem nicht mehr Abgebauten Billirubin im Blut. Andere wichtige Hinweise auf eine Lebererkrankung sind Braunfärbung des Urins und Entfärbung des Stuhls. Ansonsten sind die Symptome eher uncharakteristisch: Leistungsminderung, Appetitlosigkeit, Fettunverträglichkeit, Übelkeit, Völlegefühl, Juckreiz, Gelenkbeschwerden, Oberbauchschmerzen.
Wenn die Leber erkrankt ist, reagiert sie immer mit einer Entzündung, einer
Hepatitis
Es gibt ganz verschiedene Arten von Leberentzündungen und Erkrankungen, ich möchte hier nur auf die Wichtigsten eingehen:
Virus – Hepatitis:
Hepatitis Typ A:
Kann durch Schmierinfektion oder ungekochte Meeresfrüchte (besonders Austern) übertragen werden. Also auch Vorsicht im Ausland, auf Reisen
Hepatitis Typ B: Übertragungswege sind Blut und Geschlechtsverkehr!!!
Wussten Sie das Hepatitis B wesentlich verbreiteter als AIDS ist? Noch ein guter Grund ein Kondom zu benutzen. Menschen, die in Pflegeberufen und im medizinischen Bereich arbeiten, wird eine Hepatitisimpfung empfohlen. Heutzutage wird aber auch die Impfung bei Auslandsreisen propagiert.
Dann gibt es noch Hepatitis Typ CDE, diese kommen weniger häufig vor.
Chronische Hepatitis
In ca. 10% aller Fälle entwickelt sich aus der akuten eine chronsche Hepatitis, davon spricht man, wenn die Erkrankung mindestens sechs Monate besteht.
Eine chronische Hepatitis kann man auch bei jahrelanger Medikamenteneinnahme, oder Alkoholkrankheit bekommen.
Meist ist die Leber vergrößert und verhärtet, ansonsten wieder uncharakteristische Beschwerden Leistungsminderung, Appetitlosigkeit, Fettunverträglichkeit, Übelkeit, Völlegefühl, Juckreiz, Gelenkbeschwerden, Oberbauchschmerzen.
Fettleber
Durch Diätfehler, oder übermäßigem Alkoholmissbrauch kann sich aus einer chronischen Hepatitis eine Fettleber entwickeln. Hierbei wird immer mehr Fett in die Leberzellen eingelagert, die dadurch ihre spezifische Funktion nicht mehr ausüben können. Bei mehr als 50% Fettzellen spricht man von einer Fettleber. Hierbei muss die Ursache gefunden werden, und dementsprechend gehandelt werden (Alkoholentzug; Diät; auch mal nach Diabetes kucken, evtl. Medikamente oder Drogen). Wenn Diät gelebt wird (vorwiegend Eiweißhaltige leicht verdauliche Nahrung und Gemüse, kein Alkohol, kein Fett, sehr wenig Kohlenhydrate und Zucker), kann sich die Leber innerhalb von einem halben Jahr komplett regenerieren. Hilfreich und an erster Stelle zu nennen ist hier als Phytotherapeutikum Mariendistel. Silymarin erhöht die Regenerationsfähigkeit der Leber und schützt vor den Giftstoffen (z.B. auch bei Knollenblätterpilzvergiftung). Es ist hier ein standartisiertes konzentriertes Silymaringemisch der Teezubereitung vorzuziehen, da der Tee nicht die gleiche Wirksamkeit besitzt.
Leberzirrhose
Geht man nicht sofort und nachhaltig gegen eine Fettleber vor, entwickelt sich daraus eine Leberzirrhose. D.h. die Leberzellen verkümmern, und Bindegewebe lagert sich ein, die Leber verliert ihre Funktionsfähigkeit. Eine Leberzirrhose ist nicht mehr reversibel. Durch eine Leberzirrhose entsteht ein Pfortaderhochdruck: Aszites; Ösophagusvarizen, Medusenhaupt.
Leberkrebs
Aus einer Leberzirrhose entwickelt sich gerne auch Leberkrebs. Weitaus häufiger sind jedoch Metastasen aus dem Magen-Darmtrakt, die über das Pfortadersystem zur Leber kommen.
Kräuter:
Mariendistel, Löwenzahn, Schöllkraut, Wermut, Artischocke, Fumaria, Beifuß. Boldo
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